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Septembernacht

02:33 Uhr : Ich steige die Stufen zu meiner Wohnung hinauf. Amewu dröhnt laut auf meinen Ohren. Die klare Nacht, mein Fahrrad, Deutschrap. Die beste Kombination, die ich mir gerade vorstellen kann. Wir waren tanzen. Endlich wieder tanzen. Zu Dubstep, Techno, keine Ahnung, ich kenn mich da auch nicht so genau aus. Würde ich mir so auch nie anhören. Aber heute Abend – da hat das gepasst. Da konnte ich über der Rythmuswelle schweben und mit geschlossenen Augen einfach nur die Arme im Takt um meinen leicht wippenden Körper wirbeln.

…davor…

21:30 Uhr : Wir sitzen auf ihrem Wohnzimmerboden. Die anderen sind gerade draußen auf dem Balkon. Eigentlich hatte jemand Latino-Radio-Musik angemacht, irgend so etwas, aber gerade ist das Lied umgesprungen und jetzt säuselt uns James Blunt aus der Box und untermalt unsere Frauengespräche. Wir fühlen uns jetzt schon wie drei Uhr morgens, vielleicht, weil die Woche so lang war, oder es draußen so stockfinster ist. Ich kuschel mich ein bisschen an deiner Schulter an und dann reden wir. Und ich erzähle dir ein bisschen zu viel, während die anderen vom Balkon kommen und das Ende erraten. Drei Sätze. Mehr bekommen sie nicht zu hören. Aber schon nach diesen drei Säzen würde ich am Liebsten meine Zunge verschlucken. Verdammt! Warum muss ich immer so ehrlich sein? Warum sind die Geheimnisse anderer Leute hinter meinen Lippen sicherer verschlossen, als im bleitürigen Tresor, aber mein eigenes Herz trage ich gelegentlich auf der Zunge und spucke es dann wie einen Fremdkörper von mir, bevor angemessene Worte auch nur die Chance hätten, es vor der Kälte der Welt schützend zu ummanteln? Shhh – what was said in here, stays in here – pinky promis…

23:44 Uhr : Wir sind da. Ich schließe mein Rad ans Geländer und dann gehen wir rein. Die Musik und der Nebel verschlucken uns im Eingangsbereich schon beinahe. Im Schwarzlicht leuchtet meine weiße Bluse neongespenstisch auf. Ich bin eine Lichterkette. Wir haben ein Nachtgespräch geführt, auf dem Weg hierher. Danke! Und jetzt werden wir tanzen. Mein Körper findet den Takt und meine Fingerspitzen schieben sich der Klangmelodie entgegen, dieser verschoben bizarren Abfolge von Tönen, die ich normalerweise vermutlich nicht einmal klar als Musik definieren würde. Aber sie trägt mich. Endlich wieder tanzen.

01:17 Uhr : Wir ziehen weiter. Die Bar, in die wir streben, macht gerade zu und so setzen wir uns draußen noch ein bisschen auf die Bank. Erzählen ein bisschen. Von uns, vom Leben, von kostenlosen Wassergläsern, von Deutschrap und Schlager und Museen. Und ich habe euch doch schon zu viel erzählt. Und das, obwohl wir uns noch gar nicht lange kennen. Nicht ganz einen Monat. Und trotzdem habe ich keine Angst. Ich habe keine Angst, beurteilt zu werden, keine Angst, belächelt oder kategorisiert zu werden. Ihr drückt mir keinen unsichtbaren Stempel auf die Stirn. Vermutlich ist es euch gar nicht wichtig, keine große Sache. Shließlich habe ich keine Straftat begangen, oder mein dunkelstes Geheimnis gelüftet (gibt es das überhapt? Wer hat denn schon tatsächlich eine Leiche im Keller? Eben. Eigentlich sind wir doch alle ganz schön durchschnittlich. Und das finde ich super!). Es war wohl wirklich ganz normal, das alles zu sagen. Warum ich Frust abtanzen wollte. Und ihr habt mitgemacht.

2:34 Uhr : Ich drehe den Schlüssel im Schloss, streife meine Schuhe von den Füßen. Ich hänge die Jacke ins Bad, die mich auf dem Fahrrad nicht warm genug gehalten hat. Es wird jetzt wirklich eiskalt nachts. Ich klappe den Mac auf. Nur ein bisschen schreiben. Denken. Reflektieren. Genießen. Gedanken absaugen. Also tippe ich die Nacht in mein persönliches Denkarium.

3:04 Uhr : Ich schließe das Blogfenster ud fahre den Laptop herunter. Abschminken, in den Pyjama schlüpfen. Und dann reisen. Weit weg. Ins Land der Träume. Was für eine schöne Nacht!

Leni

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Cool sein? Nein danke! // Es ist ok, Joggen doof zu finden! – oder andere Dinge.

Mittwoch Abend. Ich fühle mich unausgeglichen. Irgendwie unwohl. Mir gehen viel zu viele Dinge durch den Kopf. Und ich will jetzt nicht nachdenken. Will mir nicht den Kopf zermartern über Probleme, die ich heute nicht mehr lösen kann. Das ging mir in letzter Zeit häufig so. Der gute Rat mehrerer Freunde und Verwandter: „Probiers doch mal mit Joggen. Hat mir super geholfen, den Kopf freizukriegen.“ Ich schaue auf die Uhr. Mist. Die Schwimmhalle schließt in 45 Minuten, das schaffe ich nicht mehr. Also ok, was solls, geb ich dem Joggen eben noch eine Chance. Vielleicht hilft es ja was. Verschlechterung kommt mir in der gegebenen Situation eher unwahrscheinlich vor, was habe ich also zu verlieren? Rein in die Sportsachen, Handy samt Kopfhörern zusammengesucht, Schlüssel in die Tasche und die Sportschuhe geschnürt. Und dann geht es los. „Because U know I´m all about that Bass“, wummert mir Meghan Trainors eingängiger Beat in den Ohren und gibt mir so ein Schritttempo vor. Einatmen. Ausatmen. Kurz denke ich darüber nach, wie ironisch das ist. Sich anzuhören, das Kurven doch sexy sind, während man Sport treibt. Aber gut. Wir machen das ja heute nicht, um Kilos zu verlieren, denke ich und versuche, mein Gehirn abzuschalten und von der ausgewählten Spotifyplaylist mit Tönen zudröhnen zu lassen. Vergebens. Stattdessen beginne ich nur nach anderthalb Liedern in einem Maße zu Schwitzen, dass ich sicher problemlos den Fluss neben dem ich jogge im Alleingang mit Wasser versorgen könnte. Der Kopf bleibt aber weiterhin voll. Vielleicht bin ich noch nicht weit genug gerannt. Also weiter. Und weiter. Und immer weiter. Ich lege immer häufiger Gehpausen ein, weil ich es nicht schaffe, lange am Sück zu joggen. Verdammt. Warum sieht das bei allen anderen Leuten immer so mühelos aus? So ganz nebenbei? Nach 40 Minuten schließlich gebe ich auf. Meine Gliedmaßen fühlen sich irgendwie gummiartig an und mein ganzer Körper ist eher müde als vom sportlich exzessiv ausgeschwitzten Dopamin glücklich oder gar euphorisch. Ein Satz mit X – das war wohl nix. Mit immernoch kreisenden Gedanken lege ich mich schließlich einfach schlafen. Am nächsten Morgen bemerke ich die Blase, die ich mir gelaufen habe. Und den riesen Muskelkater. Na toll!

Das ist jetzt ein paar Wochen her und seitdem drücke ich mich wieder wo es nur geht vor jedweden joggingähnlichen Aktivitäten. So was Blödes! Dabei ist Joggen doch so angesagt. Macht doch zurzeit jeder irgendwie, oder? Nun ja… Mich wohl mal ausgenommen. Ich liebe lange Spaziergänge und zugegebenermaßen stehe ich Nordic Walking auch weniger abgeneigt gegenüber, als ich das mit noch nicht einmal ganz 20 Jahren vielleicht sollte 😉 Und ich würde mich auch nicht als komplett unsportlich beschreiben. Ich gehe zum Beispiel wirklich gerne schwimmen. Aber Joggen? Warum klappt das bloß nicht bei mir? Ich habe der Sache wirklich mehr als nur eine zweite Chance gegeben. Seit mehreren Jahren ertappe ich mich nun schon dabei, wie ich in regelmäßigen Zeitabständen immer wieder aus den unterschiedlichsten Gründen denke: „Hey, wie wärs? Proiers doch einfach nochmal mit Joggen.“ Und jedes Mal bin ich wieder enttäuscht. Selbst wenn ich es mal schaffe, es länger durchzuziehen. Mein bisher bester Versuch waren mal drei Monate am Stück einmal die Woche regelmäßig laufen gehen. Und selbst damit habe ich nach einer gewissen Zeit wieder aufgehört. Warum? Weil ich einfach immer wieder merke, dass es nicht meine Sportart ist. Und ganz ehrlich? Das ist doch auch vollkommen in Ordnung! Oder? Nicht jeder muss ein Jogger sein! Ich gehe eben lieber Schwimmen oder zum Zumba. Aber wenn ich auf Instagram und Pinterest all die hochgradig motivierten, aus bunten Plastikflaschen Proteinshakes-trinkenden Fitnessmodel Look-a-likes sehe, wie sie lachend und in bauchfreien Sportoberteilen ihre Runden drehen, dann denke ich ehrlicherweise schon: Boah, das will ich auch. Joggen, wie toll! Nur, dass ich das scheinbar nicht bin. Ok. Das muss ich wohl lernen zu akzeptieren. Joggen macht mir keinen Spaß. Punkt. Ist doch in Ordnung. Man muss nicht alles toll finden, was gerade in Mode ist. Ich muss keine Momjeans tragen, kein Sushi mögen, niemand zwingt mich, ein Levis T-Shirt zu tragen und ich brauche auch nicht zwingend ein Festivalticket. Die Menschen sind nun mal verschieden. Und das ist auch für die meisten in Zeiten der Hipster-Selbstverwirklichungswelle total ok. Das wirklich schwierige ist manchmal nur, es selbst zu akzptieren.

Ich will nicht lügen. Wie ich mich kenne, hält diese Erkenntnis jetzt einige wenige Monate und dann versuche ich es wieder. Und wieder. Und immer wieder. Wahrscheinlich. Weil Joggen Hip ist. Aber bis mein Gehirn die Erinnerung an das Ergebnis dieses vergangenen Versuches erfolgreich gelöscht hat, packe ich wohl lieber wieder die Schwimmtasche. Dann bin ich eben uncool. Noch jemand?

Wovor laufen die denn eigentlich alle davon?

Habt ihr eine Lieblingssportart? Joggen vielleicht? 😉

Leni

Trarii, Traraa, der Herbst ist da// Jahreszeitenrückblick Sommer

Trarii, Traraa … der Herbst ist da!

Endlich, wie ich in meinem Fall sicher ganz ehrlich sagen kann. Mir war es dann in den letzten Zügen doch einfach viel zu viel mit dem Spätsommerwetterblues, Jahreszeitenwechselgewitter und der elenden Schwitzerei #TMI

Und außerdem kann einem dieser leicht frische Herbstwind viel besser die Gedanken durchwirbeln, als die angestaute Sommerschwüle. Deshalb heißt es für mich jetzt: Neue Jahreszeit, neues Glück, neue Ideen… 😉

Was im Sommer so los war:

Gereist … bin ich in der Nordbretagne. Dort bin ich abschiednehmend den Strand noch einmal ausgiebig hoch und runter gewandert und habe mich vorerst verabschiedet. Außerdem war ich in Budapest bei einer lieben Freundin und habe mir das wunderschöne ungarische Leben von einer echten „Einheimischen“ zeigen lassen. Einen Tag haben wir mit zwei Französischen Bekannten verbracht, die zufällig auch gerade auf der Durchreise waren. Was man in Budapest alles so machen kann, Reise – Spar und Insidertipps einer echten Budapesterin gibt es demnächst auf https://simplysoleilblog.wordpress.com/ .

Gebastelt … mit meiner lieben Freundin Marla habe ich den Sommer über fleißig an einem neuen Blog gebastelt. Seit Anfang August arbeiten wir daran, bloggen vor, brainstormen, fotografieren und schreiben wie die Wilden und am 10.10.2017 geht er endlich online. Simply Soleil heißt der Blog, den ihr hier findet. Inhaltlich wird es um die Themen Travel, Beauty, Lifestyle, Food und Fashion gehen und natürlih freuen wir uns über jeden, der vorbeischaut. 🙂 Unter dem großen + im Dreieck mittig auf der Seite könnt ihr den Blog jetzt schon abonnieren, dann verpasst ihr keinen Post.

Gelesen … habe ich Ken Follet. Meine große neue Romant(echn)ische Liebe. Ich versinke richtig in den Welten, die er beschreibt und für eine Leseratte wie mich ist auch ein 1000 Seiten Roman eher An – als Abturn. Aktuell stecke ich im zweiten Teil der Jahrhunderttrilogie und verfolge unterschiedlichste Personen verschiedener Nationalitäten dabei, wie sie die schwierige Zeit des zweiten Weltkrieges erleben und gestalten. Eine große Empfehlung, auch für diejenigen, die denken, sie könnten mit historischen Romanen gar nichts anfangen.

Geschrieben … habe ich eine ganze Menge. Und Vieles davon ja auch hier auf dem Blog. Vermutlich rückblickend betrachtet ein bisschen viel niedergeschlagen klingende Texte, aber geliebte Menschen und ein neues Zuhause zu verlassen ist eben nun mal keine einfache Sache, dementsprechend hat mich das Thema im Sommer beschäftigt/belastet.

Gekauft … viele schöne Dinge auf Kleiderkreisel. Eine tolle Plattform für Secondhand Liebhaber und Sparfüchse. Wer nach schönen Klamotten oder auch nach bestimmten Kosmetikmarken sucht, wird hier sicher fündig. Und meine Kreiselliebe ist im Sommer neu entfacht worden.

Gefeiert … einige Geburtstage und den Abschied von lieben Freundinnen, die mich fürs Studium verlassen und quer durch Deutschland entschwinden. Aber dann heißt es demnächst in der Gekauft… – Rubrik eben : ganz viele Fernbustickets.

Gefunden … wunderschöne Menschen. Bezaubernde, lachende, frohe Personen, die sich innerhalb kürzester Zeit in mein Herz eingenistet haben und die ich auf keinen Fall mehr hinauslasse. Und eine Beschäftigung, die mich in nächster Zeit sehr ausfüllen wird.

Gehört … habe ich in letzter Zeit wieder sehr regelmäßig den Podcast „Fest&Flauschig“ von Böhmermann und Olli Schulz auf Spotify. Die beiden reden über „Dies und Das und Jenes“. Mal interessanter, mal weniger interessant für mich, aber immer unterhaltsam und auch ein bisschen lehrreich. Große Liebe!

Gesehen … viele Poetry Slams. Jeden, den ich irgendwie mitnehmen konnte, seit ich wieder in Deutschland bin. Denn Sprache ist eine Waffe und ein Geschenk und Poesie macht glücklich!!

Gelernt … dass Freundschaft sich nicht über die Zeit definiert, die man zusammen verbracht hat, sondern darüber, wie intensiv die Momente waren, die man geteilt hat. Und das man mehr als eine Familie haben kann.

Ich bin auf mehreren Blogs und Youtubekanälen jetzt schon öfter über diese Art der Reflektion gestolpert und fand sie immer sehr schön und passend. Lasst mich gerne wissen, ob ihr das auch so seht.

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Leni

Bildschirmumarmungen

Biep. Biep. Biep. – tuuut. Verbindung unterbrochen. Und wieder. Und wieder. Beim fünften Versuch schließlich klappt es. Und dann bist du da. Sitzt mir verpixelt und schlecht aufgelöst, leicht griselig gegenüber. Die Haare nach oben in den Dutt gesteckt, wie immer. Als ob wir uns gestern erst „Au revoir“ gewünscht hätten. Als ob nicht schon fast drei Monate vergangen wären. Als ob ich dich einfach kurz durch den Bildschirm in den Arm nehmen könnte. Auch wenn das natürlich nicht geht. Es ist schön, wieder Französisch zu sprechen. Und deine Stimme wieder zu hören. Und was du in der Zwischenzeit so getrieben hast. Du hast die Welt gesehen, warst einmal am anderen Ende davon. Hast Elephanten fotografiert und dich mit Curry vollgestopft. Ich kann gar nicht glauben, dass selbst das jetzt schon ein wenig zurückliegt. Und das ich nicht sofort nach deiner Rückkehr davon erfahren habe. Neben dir auf der Couch sitzend, eine Tasse Kakao in der Hand und eine Maske im Gesicht, für die „Mädelsabendatmosphäre“ zu der ich dich gezwungen hätte. Ich sehne mich dahin zurück. Ausgelaugt nach einem viel zu langen Tag, zu dritt den Tag mit dir und A. durchzuquatschen. Wir würden uns aufregen über diesen und jenen und dies und das – und dann würden wir lachen, weil auch so viel Schönes an dem Tag passiert wäre, das uns so viel gegeben hätte. Umarmungen, Zusprüche, unsere kleine Welt. Eine Träne rollt mir aus dem Augenwinkel und dein verpixeltes Du nimmt deine Kamera kurz in den Arm.

Du erzählst weiter. Wie du wieder da warst. Zu Besuch. Und wie sich alle gefreut haben. Wie sich nichts verändert hat – und für mich doch so viel. Für uns.

Du berichtest von den Kursen, die du jetzt besuchst, von neuen Mitschülern, Reiseplänen und einer Idee davon, wann wir uns vielleicht wiedersehen. Ich erzähle dir auch von mir. Von den neuen Leuten, dem Lernstoff und dass ich letzte Woche beim Kickboxen war. Du musst lachen.

Wir sagen „Bonne nuit“ und als ich auflege, wisch ich mir noch eine Träne aus dem Augenwinkel. Weil deine Kameraumarmung der schönste Teil meines Tages war.

In French you don´t say „I miss you“. You say „Tu me manque“ wich means „You´re missing from me“. I love that!

Biep. Biep. Biep.

Leni

 

 

Der richtige Moment

Timing

Ich habe mir darüber in den letzten Wochen und Monaten viele Gedanken gemacht. Wann ist der richtige Moment, etwas zu tun? Soll ich studieren, eine Ausbildung beginnen, wegziehen, hierbleiben, WG-Wohnung-mein altes Zimmer? Ist es richtig, jetzt neu zu starten, oder mach ich das lieber im nächsten Jahr? In drei Jahren? In zehn? Womit fühle ich mich wohl und fühle ich mich jetzt damit wohl? Was passt zu mir – jetzt? Und welche Entscheidung vertage ich – auf in zwei Monaten, in fünf – in einem Jahr? Da sind so viele Dinge, deren ich mir unsicher bin.

Der Wohnung, des Ortes, des Bildungsweges, des Bereiches, der Einrichtung, des Bloginhalts, der Liebe, des Gegenübers, des Wartens, des Reisezeitpunkts, des Ziels des Zugtickets, das ich zu buchen gedenke, des Inhalts meiner kommenden Ferien, meines Mittagessens für morgen, meines Badezusatzes, der Farbe meines neuen Teppichs, der Nachicht, die ich schon seit fünf Minuten immer wieder neu tippe und mich dann doch nicht traue, sie dir abzuschicken. Des Unruhegefühls in meinem Bauch und dessen, wieviel ich bereit bin zu investieren. In die Liebe, die Möbel, das Glück, die Bücher und in die Zeit. Und mit wem ich sie verbringen will – verbringen kann.

Will ich das?
will Ich das?
will ich Das?

Ich mag das nicht. Diese Unsicherheit. Diese Ungewissheit. Dieses Nicht-Wissen. Das macht mich wahnsinnig!

Nicht zu Wissen, was ich will und wann und wie.  Nicht Wissen, wo mich mein Weg wohl hinverschlägt und ob der Lufthauch der Veränderung, den ich gerade spüre, sich als Rücken – oder Gegenwind entpuppt.

Nicht Wissen, was als Nächstes kommt… Nicht Wissen, wann ich dich wiederseh. Nicht Wissen, ob ich das will. Weil ich nicht weiß, ob das Timing stimmt.

Oder ob der richtige Moment schon verstrichen ist, oder erst noch kommt. In ferner Zukunft womöglich.

Zum Umziehen, zum neue Bindungen eingehen, zum abends feiern, zum neue Möbel kaufen, zum Lernen, zum Baden, zum Wegfahren, zum dich küssen, oder dir zumindest sagen, dass ich es gern täte, zum investieren von Zeit und Geld und Gedult und Hoffnung. Zum Studieren oder Lernen, zum Wegfahren oder Heimkommen, zum Ankommen, zum Neubeginnen.

Timing.

Wann ist er denn da, dieser richtige Moment?

Leni

Seegras

Ein Sonnenstrahlzwinkern
Löst den Tag von der Nacht
Und die Wacht
Auf der Mauer sind wir
Kein DU und ICH mehr
nur hier, WIR, zu zweit.
Unser Atem vermischt sich im Nebel
des taghellen letzten Nachtmoments.
Wir wippen im Takt wie Seegras
Zum Meeresrauschen
Am Grund unserer Selbst.

 

Entschuldigt, dass es letzte Woche keinn Blogpost gab. Erkältungen können echt fies sein.. Daher war ich ziemlich inspirationslos, es sei denn, jemand hier ließt gern über Salbeitees und Wollschals? 😉

Leni

Summertime-Madness

.Herbstblues. Summertime Sadness. Jahreszeitenumbruchstimmung. 

Ich bin wie dieses Welke Blatt da vorne am Baum.
Ich bin noch ganz lebendig. Wiege im Wind hin und her, man merkt ihn kaum –
diesen rotgelben Schimmer. Der sich langsam in meine Ränder frisst
und vom Herbst geküsst
die Sommersonne absaugt,
das Vitamin D vergrault
und Platz macht für den wunderschönen Untergang der unbeschwerten Hitze.
Es wird jetzt Herbst – ganz allmählich
Der Herbstblues setzt nach und nach ein – und schmählich
nur tanze ich noch im Sommerregen den Regen der wallenden Jahreszeit.

.Herbstblues. Summertime Sadness. 

End-Summertime-Madness. Vielleicht. Denn es ist schon ein bisschen verrückt.
Morgens. Ich öffne das Fenster. Strahlende Sonne. Abends ein leichtes Spätsommergewitter. Eigentlich doch noch September – nicht November.

Aber ich fühl mich schon seit Wochen im Herbst. Meine erste Duftkerze küsst den Boden ihres Glases, mein Lieblingsgetränk ist Schoko-Kirsch-Brownie-Tee und ich verkrieche mich hinter meinem Laptop zum Schreiben, Fotos bearbeiten, neue-Projekte-kreieren. Ich werf die alten Blätter ab. Mein Laub muss erstmal runter, ich streife alles Alte ab – und bleibe doch nur der Baum von jeher.

.Jahreszeitenumbruchstimmung.

Ich fühl mich so nach Herbstblueszeit. Nicht Vieles kann mich wirklich begeistern. Mein Herz ist ein bisschen schwer, nicht zu erheitern
und irgendwie möchte ich Gemütlichkeit. Deshalb Kalt.
Ich möchte Lichterketten und Weihnachten – bitte bald.

Und so Schaukel ich noch ein bisschen im Spätsommerwind umher, wie das erste herbstbunte Blatt.
Die anderen folgen mir bald in das Gelb und das Rot
– so langsam hab ich den Sommer satt.

Was ist deine Lieblingsjahreszeit?

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Leni