Juni

9 Monate. Die Zeit, die ein Baby braucht, um sich zu entwickeln, um sich dann außerhalb der gemütlichen Mutterbauchhöhle der echten Welt zu stellen.
9 Monate Veränderung. Weiterentwicklung. Reflektion.
„Ich bin Leni, 18 Jahre alt, hab gerade mein Abi gemacht.“ So habe ich mich vor 9 Monaten in der Kennlernrunde vorgestellt.
Jetzt soll ich mich erneut vorstellen.

„Ich bin Leni, 19 Jahre alt. Und in den vergangenen 9 Monaten habe ich viel gelernt.“

DSC_8614

Ich habe gelernt… die Geschichte hinter einem Menschen zu sehen, bevor ich mich über ihn aufrege.
Und dich nicht nach deinem Äußeren zu zu beurteilen, sondern dich als unförmigen, weichen  Tonklumpen zu lieben und mir nach und nach ein genaueres Bild von dir zu formen. Mit Makeln. Mit kleinen Einzigartigkeiten. Schön oder häßlich. Das liegt ganz an dir.

Ich habe gelernt, auch nach 22Uhr noch den Abwasch zu machen.
Und dass mir deine Meinung über meinen Tanzstil hier oben auf der Bühne egal ist, solange ich vor Freude dabei platze, mich merkwürdig zappelnd zu verrenken.
Ich habe gelernt, eine zweite Familie zu lieben. Und mich selbst ein Stückchen mehr zu akzeptieren.
Ich habe gelernt und ich habe mich verändert. Verändere mich noch.
Ich habe fünf Stunden geschlafen und bin am nächsten Morgen mit winzigen Augen aufgewacht, denn ich konnte meinen Blick gestern Abend nicht von diesem unglaublichen Sternenhimmel losreißen.
Ich bin zu kroatischer Technomusik am Strand mit dir ums Lagerfeuer getanzt und habe mit sandbedeckten Zehen „Wonderwall“ auf der Gitarre gespielt.
Wir haben nachts um eins in deinem Auto Schach gespielt, das Brett eingeklemmt zwischen unseren Sitzen.
Und sind die Hände über dem Kopf herumwirbelnd zu Mainstream-Popmnusikhits durch das Wohnzimmer getanzt.

DSC_8762DSC_0027DSC_8767

Ich habe gelernt, für 20 Menschen ein Abendessen zu kochen. Und meine Bedürfnisse einen Moment hintenanzustellen.
Ich habe gelernt, zu hinterfragen. Und zu erfragen.
Ich habe gelernt, Französisch zu sprechen. Und viele jugendliche Kraftausdrücke. Und Redewendungen. Meine Liebste: „On ne peut pas faire un omelette sans casser des oeufs.“ Zu Deutsch: „Man kann kein Omelett machen, ohne Eier zu zerbrechen.“
Wir haben dein Zimmer gestrichen. Die Hose bezeichne ich jetzt offiziell als „Arbeitshose“, denn auch bevor du es witzig fandest, mir die Ohren anpinseln zu wollen, war da schon zu viel unauswaschbare Farbe drauf gelandet. Ist nicht schlimm. Ich mag Blau.
Wir haben einen 80er-Jahre-Disko-Nachmittag geschmissen. Und im Diskokugellicht „Makarena“ getanzt.
Ich habe mich allein in Cafés und Restaurants gesetzt. Weil ich festgestellt habe, wie gut es tun kann, mal einfach nur Zeit mit sich selbst zu verbringen. In sich rein zu hören. Und allen anderen Stimmen zu lauschen und was die Welt so flüstert.
Wir haben uns das alte kleine Auto geschnappt, laut die Box aufgedreht und haben „Sweet home Alabama“- schmetternd einen Roadtrip gestartet. An die Küste. Hin zum Meer.
9 Monate sind eine lange Zeit für einen Wimpernschlag. So kommt es mir vor. Wie einmal kurz die Augen geschlossen.
1 Monat bleibt mir noch.
Los, wir nutzen jede Sekunde, warst du heut schon im Wasser schwimmen? Ich setze Stockbrotteig an. …

„Ich bin Leni 19 Jahre alt. Und im kommenden Monat habe ich Vieles zu Erleben .“

DSC_8764DSC_8691DSC_0184

Leni

Wenn du meinen Blog gern und regelmäßig liest, würde ich mich sehr über ein Abo freuen. Geht über den Follow-Button ganz schnell und hilft mir sehr. Ich danke dir! 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s