Mädchenabend

Komm, wir fahren an den Strand.
Zuschauen, wie die Sonne errötet, wenn sie die Meeresoberfläche küsst, um dann in ihr zu versinken. Gucken, wie die Gischt sich rosa färbt und das hellblaue Meer sich im letzten Licht glitzernd zwischen Himmel und Sandebene schiebt.
Wir setzen uns auf die Steindünen und schauen in die Ferne. Wir albern herum, schneiden Grimassen für die Kamera und reden über Gefühle und den ganzen Mist. Du sagst mir Dinge, die ich gar nicht hören will, aber wir können sie grade ganz gut verdrängen. Alles, was uns sonst das Gehirn bleischwer werden lässt, tritt jetzt in den Hintergrund, verschwimmt mit den Blaugraurosatönen, die dem Meer einen feinen Silberschimmer überwerfern, wie die Decke zur Guten Nacht.
Der Himmel wird langsam dunkler. Und als die Sonne uns ein letztes Mal zuzwinkert, erheben wir uns langsam, mit erfrorenen Fingern. Von Steinen, die dank unserer Körperwärme ganz warm geworden sind.
Zieh die Socken aus! Wir wollen das Salzwasser Schwimmhäute zwischen unsere Zehen zaubern lassen. Und wenn du tief einatmest, kannst du die Algen fast schmecken, so stark riecht das Meer. Aber das stört uns nicht.
Jede Pore unserer Körper saugt Sonnenuntergangsmagie. 
Und wenn wir den Ozean sehen, dann weht uns die Brise die Köpfe so leer, das wir vergessen, das Februar ist. Wir waten barfuß durch das Meereswasser, bis das Eiswasser heiße Muster auf unsre nackten Zehen zeichnet. 
Halt kurz an!
Mach die Augen zu. Spüre den letzten roten Schimmer der im Meer verschwindenden Sonne durch die Lider. Merkst du, wie sich dein Mund zum Lächeln verzieht?
Einatmen.
So schmeckt Glück. 
Leni

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