Nackte Zehen. Kalter Sand.

Ich grabe meine Zehen aus drei Paar Schichten Socken heraus an die Luft. Setze sie vorsichtig, ganz langsam, in den kalten Sand. Die Erde friert noch. Die Sonne steht orangegelb leuchtend am Himmel, sinkt immer tiefer ein in den unendlich scheinenden Ozean vor mir. Der Himmel hat Zuckerwattefarben. Rosa, Pastellviolett und tausend Gelbschattierungen hüllen mich in warmes Licht. 
Offene Haare. Puste mir den Kopf frei. Ich möchte nur noch das Rauschen des Meeres in meinen Ohren hören, die salzige Windluft auf der Zunge schmecken. 
Ich grabe die kalten Zehen tiefer in den eisigen Sand. 
Nur da stehen. 
Ein, zwei Schritte gehen. 
Zuhören. 
Dem Meer.
Komm schon, erzähl mir eine Lieblingsgeschichte. 
Die von der kleinen Meerjungfrau.  
Erzähl mir von fernen Orten. 
Das Meer schillert in tausend Farben, als es die Sonne küsst. 
Unbeschwert. Frei. Ich halte das Gesicht in den Wind. 
Ein, zwei Schritte gehen. Richtung Meer. 
Gischt und kleine, vorsichtig tastende Wellenarme greifen nach meinen Knöcheln. 
Ich tauche die Zehen ins Wasser. Gehe ein bisschen. 
Erzähl mir von dir. 
Zuhause.
Salziger Ozean kitzelt meine nackten Waden.
Windgeschwister. 
Meerjungfrauenmagie.
Danke fürs Lesen,
Leni

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