Reiß mal (m)eine Mauer ein // Neujahrsvorsätze?

„Reiß mal meine Mauer ein. Nur ein kleines Stückchen noch. 
Einen Stein und noch einen Stein;
Ich will nicht mehr alleine sein. 
Lieber schutzlos zweisam mit dir.
Und dann geben wir uns gegenseitig Halt.“
Wir ziehen Mauern um uns hoch…
… Vor Klassenkameraden Bloß nicht zeigen, wer ich wirklich bin. Mögen mich die anderen? Reiche ich aus? Bin ich gut so, wie ich bin? Oder gut genug? Und was heißt das überhaupt?

… Vor neuen Gesichtern. Einen guten ersten Eindruck hinterlassen.  Fassade wahren. Ich kenn dich nicht. Wenn ich mich dir zeige, was passiert dann? Kannst du meine Fehler akzeptieren? Meine kleinen Makel? Was, wenn nicht? Was, wenn du dich über sie lustig machst? 

… Vor der Welt. „Nein ich bin nicht perfekt“. Wer sagt das und meint das auch ganz ehrlich so? Wer traut sich, das zu sagen? 

Wir bauen uns eine Mauer, ziehen den Schildkrötenschutzschildpanzer fest um uns zu und den Kopf darin ein. Und hoffentlich siehst du meine Verletzbarkeit dann nicht. Meinen Schwachpunkt. Meine empfindliche Fehlpunktstelle.
Warum denken wir so? Ist es nicht vollkommen egal, dass ich Fehler habe? Fehler mache? Ist nicht gerade ein Makel etwas, das mich interessant macht? 
„Du bist komisch“, hast du zu mir gesagt. Und gleich darauf: „Aber komisch ist gut“. Und plötzlich war komisch gut.
Ich mach nicht alles richtig. Hab ich nie. Ich habe Pickel und raue, eingerissene Nagelbetten, ich lache viel zu laut und zu lange, singe bei Liedern, die ich kenne, immer mit und ich mache Witze, die außer mir keiner komisch findet, über die ich aber umso herzlicher lachen kann. Ich rede mit unserer Hauskatze. Auf Französisch und auf Deutsch. Und ich mach mir über Vieles zu viele Gedanken und über manche Dinge vielleicht zu wenige. Ich bin manchmal vergesslich. Und ich mache Fehler. 
Aber das ist alles nicht schlimm. Weil du auch Fehler machst. Und der Mensch neben dir auch. Und der da hinten auch. Weil du früh nach dem Aufstehen auch Mundgeruch und ein zerknittertes Gesicht hast. Weil du auch irgendwas nicht kannst. 
Aber das ist nicht schlimm. Makel sind schön. Fehler formen Charakter. Schwachpunkte heben Stärken hervor. Unperfektheit ist der Grund für deine Einzigartigkeit. Ich mag deine Schwächen. Weil sie zu dir gehören. Ich hab keine Angst vor deinem Makel. Weil er zu dir gehört. Und zu mir.
Also ja, ich habe Schwächen und ich mache Fehler. Aber ich gebe auch feste Umarmungen. Und manchmal steckt mein Lachen jemanden an. Ich kann gut zuhören und aufmuntern und ich bin für dich da. Ich kann dir sagen, wie ich mich fühle. Und trotz meiner Vergesslichkeit denk ich an ganz viele Kleinigkeiten. Ich bin spontan und gleichzeitig planversessen; optimistisch und liebevoll. Neugierig. Und voller Lebensfreude.

„Komisch ist doch gut“, hast du gesagt und damit den ersten Stein meiner Mauer eingerissen. Ganz leise. 
Mit einem Vorschlaghammer. 
Und mir damit gezeigt, dass meine Makel zu mir gehören. Und das hier jeder auf sie pfeifft.
Das sagt mir hier jeder. Jeden Tag. Mit kleinen Gesten. Oder ganz direkt mit Worten. 

„Deine Schwächen sind auch Stärken. An dir gefällt mir alles gut“, hatt Silly gesungen. 
Und Chima erzählt uns: „Ich bin verrückt nach deinen Kleinigkeiten. Nach den Details deiner Natur“


Also brech mal einen Stein raus. Ich will nicht mehr allein sein. Lieber schutzlos zweisam mit dir. Und dann geben wir uns gegenseitig Halt. 

Reiß mal meine Mauer ein. Ich möcht gern hinter deine Fassade blicken.

Vielleicht gibt das ja dem Einen oder Anderen einen Anstoß für gute Neujahrsvorsätze;)
Ich wünsche euch jedenfalls erst einmal „Frohe Weihnachten!“ und „einen guten Rutsch ins neue Jahr!“
Reißen wir mal die Mauer zu 2017 ein, vielleicht ist dahinter ja was ganz Wundervolles versteckt!

Vielen Dank fürs Lesen!

Leni

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