Weihnachten.

Ich liebe Weihnachten! 

Ich hab die Kuschelsocken wieder rausgeholt. Die mit den Punkten drauf, die so dick und weich sind, wie es nur geht. Und ich habe Teewasser aufgesetzt. Damit die ganze Stube nach Weihnachten duftet. Habe Michel Bublé in der Anlage voll aufgedreht und dann sind wir, die Arme über den Köpfen schwingend und von einem Bein aufs andere hüpfend, in expressivem Stil durch die ganze Wohnung getanzt. Auch wenn wir dabei komplett bescheuert ausgesehen haben.
Wir haben den Kamin angezündet. Uns die Hände an den von der Meerwasser-salzigen Luft grün gefärbten Flammen die Hände gewärmt und die Gitarre rausgeholt. Wir haben einen Spieleabend veranstaltet. Und Weihnachtsschokolade gemampft.
Meine Fingernägel hab ich mit einer Farbe bemalt, die aussieht wie Glühwein und über meinem Kopf hängen Girlanden. Wir machen Deko, basteln und backen und überall liegen Plätzchen, stehen Kerzen oder ein Adventskalender. Die Weihnachtskränze zieren die Wohnung und an den Fenstern winkt uns ein aus falschem Schnee bestehender Weihnachtsmann freundlich hinein. 

Ich fühl mich … Weihnachten. 
Wohl und warm und weich und kuschelig, 
heimelig huschelig 
und von den vielen Plätzchen auch durchaus ein bisschen rundlich.
Aber davon fang ich jetzt nicht an. 

Ich mag den Winter, auch wenn ich Kälte hasse und ich liebe die Vorweihnachtszeit. 
Ich mag die Heimlichkeit
die dann zwischen den Zeilen mitschwingt, 
das Getuschel in den Ecken, damit die kleinen Wichtelgeschenke, die wir in Trinomen vorbereiten, auch ja geheim bleiben. 
Ich liebe diese riesigen warmen Kuschelpullover, die wie ein Zuhause sind, das man anziehen kann und ich steh total auf Dominosteine. Die mir als Weihnachtsüberraschung zugeschickt wurden. Weil es die in Frankreich nämlich nicht gibt. Doof!
Ich liebe Weihnachtsmärkte. Glühwein in Handschuhen, die meine Hände viel zu groß für meinen Körper erscheinen lassen und Weihachtslieder. 
Ja, Weihnachtslieder. Ich vermisse unseren Plattenspieler. Ich vermisse die Bach – Platte und den Knabenchor, der das Weihnachtsoratorium singt. Weil das irgendwie zu Weihnachten dazugehört. 
In meinem Zimmer liegen Geschenke verstreut und ich mache eifrig Listen, wem ich was schenken werde und was ich noch besorgen will. 

Weihnachtsstress? Versuche ich mir ausnahmsweise mal nicht zu machen. 
Weihnachten: Die Zeit der Besinnlichkeit, des An-Andere-Denkens und der Nächstenliebe. Ich versuche, ein bisschen zu entschleunigen, auch wenn das gar nicht so einfach ist für ein kleines Mädchen, das in der Vorweihnachtszeit praktisch naturgedopt ist durch eine genügend große Befriedigung ihrer Dekosucht und ganz hibbelig beim Gedanken an Geschenküberraschungen und kleine Wichtelaufmerksamkeiten und die Reaktion anderer darauf. 

Ich liebe Weihnachten. Du auch? 
Einen schönen vierten Advent euch und vielen Dank fürs Lesen, 

Leni

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