Verrückt nach deinen Kleinigkeiten


Letzte Woche hat mich der Busfahrer umsonst mitgenommen. Einfach so. Er hatte keine Tickets mehr und als ich ihm das Geld hingestreckt habe, hat er nur den Kopf geschüttelt und gemeint, das wär schon ok und ich soll mich einfach hinsetzen, er nimmt mich so mit. Ich habe zwar nur einen Euro fünfzig gespart, aber darauf kam es nicht an. Es hätten genauso gut zehn Euro oder zwanzig Cent sein können. Das war nicht wichtig. Wichtig war nur die Geste. Die hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Danke!


Als ich gerade mal ein paar Wochen hier war, hat sie ihre Hand auf dem Weg zur Arbeit in meine gelegt. Einfach so. Das hatte sie vorher noch nie gemacht. Und es war keine große Sache. Nur eine kleine Bewegung vom Arm, nur fünf kleine beringte Finger, die in meine Handfläche patschten. Mittlerweile macht sie das ständig. Aber das ist nicht wichtig. Wichtig war die Geste. Ich gebe dir meine Hand. Ich vertrau dir genug, ich lass mich von dir festhalten. Ich weiß, du lässt mich nicht fallen oder ausrutschen. Du passt auf mich auf und das finde ich gut. Sie hat meine Hand in dem Moment genauso gehalten wie ich ihre. Sie hat mir auch Sicherheit gegeben. Und Halt. Und Vertrauen. Und das hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Danke!


Ich war krank. Erkältung. Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Die ganze Palette. Ist ja auch die Zeit dafür. Aber es war einfach das Letzte, was mir in dem Moment noch gefehlt hat! Und dann komm ich zurück ins Haus und da liegt ein Umschlag. Für mich. Von dir. Mit Salbei drin aus unserem Garten. Ein Bisschen Zuhause, ein Stückchen Vertrautheit. Es sind nur getrocknete Blätter. Aber es ist ein Zeichen, dass du an mich denkst, das du dich um mich kümmerst. Auch wenn ich so weit weg bin. Und ich schwöre, der Salbei riecht nach deiner Umarmung für mich. Danke!


Es sind die kleinen Dinge im Leben. So sagt man doch. Aber ich mache mir viel zu selten bewusst, wie wahr dieser Spruch ist. Weil es wirklich die kleinen Dinge im Leben sind. Weil viele zauberhafte Kleinigkeiten einen unvergesslichen Tag ausmachen. Jeden Tag aufs Neue. Ein „Es ist so schön, dass du wieder da bist“, als ich von meinem Seminar zurückkomme. Ein „Danke, dass du mich extra zeitig geweckt hast“ von einer Bewohnerin, von der ich dachte, es wäre für sie selbstverständlich gewesen. Dein Name auf meinem Handydisplay. Weil es so gut tut zu wissen, dass du ganz kurz an mich gedacht hast. Das zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht! Ein „Bringst du mich ins Bett?“ – Wunsch aus vollem Herzen und ein „Weckst du mich morgen früh?“, obwohl ich die Kompressionsstrümpfe nie beim ersten Versuch angezogen bekomme und es mit mir deshalb immer ein bisschen länger dauert. Ihre Hand in meiner. Ein Brief von meinen Lieben. So einer, mit extra schönem Papier. Ein viel zu nasser „Guten Morgen“ – Kuss mit Mundgeruch auf die Wange von einer Bewohnerin. Ein ganz offenes und ehrliches Danke. Eine kostenlose Fahrkarte. Ich lerne, die kleinen Dinge zu schätzen. Und ich nehme ganz bewusst war, wie viel sie mir bedeuten. Nicht, weil hier keine großen tollen Sachen passieren. Sondern weil die kleinen so zahlreich sind. Weil sie so von Herzen kommen. Weil sie so viel tiefer gehen. Wie bei Löwenzahnwurzeln. Und weil sie mein Leben so bunt machen. Wie ein bisschen Konfetti. Danke, dass du Konfetti in mein Leben streust! Es zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. 




Wer mehr Informationen zu meinem Auslandsjahr möchte, der kann sich einfach mal zum Thema Arche informieren. Dann wisst ihr genau, was ich so treibe 😉

Leni

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