Gelesen und Geliebt? #1 // Buchrezension zu "Die Säulen der Erde"

Buchtalk

Ich habe schon seit einiger Zeit die Idee für eine neue Blogreihe. 
Sie soll heißen: „Gelesen und Geliebt?“ und ich würde euch in ihrem Rahmen gern Bücher vorstellen, die ich gelesen habe. Ich hoffe, ihr habt da Lust drauf. 
Was nämlich in Frankreich zu meiner absoluten Lieblingsbeschäftigung geworden ist, ist es, mich mit einem Buch raus in den Garten zu begeben und in der Hängematte zu lesen, bzw. jetzt leider gezwungenermaßen auch oft auf meinem Bett in meinem kuschelig warmen Zimmer, weil es doch recht kalt ist mittlerweile. Draußen am Liebsten mit Mandala, der Hauskatze, auf dem Schoß, die immer angerannt kommt, wenn sie mich in der Matte liegen sieht, und sich auf meinem Schoß zusammenrollt. Seit Neuestem streckt sie sich manchmal auch ganz lang aus, das hab ich vorher noch nie bei einer Katze gesehen, so dass ihre Hinterpfoten sich dann in meine Hose krallen und ihre Vorderpfoten sich in meinen Pulli unter der halbgeöffneten Jacke kuscheln. Das ist sehr sehr niedlich! Und auch gemütlich. Und so liegen wir dann häufig einfach da, hören dem bretonischen Wind ein bisschen zu und veranstalten eine kleine Lesestunde. Buchparty mit Katze, was will man mehr? Für mich ist das Lesen zu einer wilkommenen Ruhepause geworden, die mich im sonst oft stressigen und gut gefüllten Tagesablauf meines Freiwilligendienstes wieder ein bisschen runter bringt. Und das erste Buch, was ich durchgeschmökert hab ist gleich ein ganz schön dicker Wälzer. 

Ken Follets Roman „Die Säulen der Erde“ hat nämlich stolze 1153 Seiten und ist damit schon ein ganz schön dickes Buch. Die Tatasache, dass ich es trotzdem in der Kraxe mit nach Frankreich gebuckelt habe, um es hier weiterzulesen, spricht allerdings ja schonmal dafür, dass das Buch es trotzdem Wert ist, sich mal da ranzutrauen 😉
ich hatte mir das Buch eigentlich in der Bibliothek ausgeliehen, dann aber nur noch 250 Seiten geschafft zu lesen, bevor es für mich mit gepackten Koffern ins Land des Baguettes ging. Diese ersten 250 Seiten allerdings hatten mich schon so gekriegt, dass ich mir das Buch kurzerhand im Internet bestellte und noch irgendwo in die letzte Kofferecke quetschte. 
Der Roman spielt im 12. Jahrhundert und handelt von verschiedenen Personen und ihren miteinander verflochtenen Lebensgeschichten. Es gibt da zum Einen den Mönch Philip, der als kleiner Junge ins Kloster kam, nachdem seine Eltern starben, und seinen Antagonisten Waleran Bigod, den Bischof, der Gottes Willen häufig mit dem eigenen Machtinteresse verwechselt und sich im Zuge dessen allzu oft mit William Hamleigh zusammentut, einier wirklich üblen Kreatur. Dieser widerum hat es auf eine eigenwillige Grafentochter abgesehen und so weiter… 
Es gibt also verschiedene Handlungsstränge, die ineinander verwoben werden, was mir persönlich bei Büchern immer sehr gut gefällt. 
Der Zeitraum des Buches spannt einen sehr weiten Bogen. Beginnt die Geschichte noch beim Steinmetzen Tom Builder, dessen sehnlichster Wunsch es ist, eine Kathedrale zu bauen, so endet sie rund ein halbes Jahrhundert später im Erwachsenenalter seiner Enkelkinder. Dieser zeitliche Rahmen gewährleistet ein Abrunden der Konflikte im Buch, das nicht zu übereilt erscheint. Es empfindet sehr schön nach, wie eben wichtige Dinge im Leben, Gerechtigkeit oder auch die Aufklärung nie gelöster Rätsel eine ganze Weile auf sich warten lassen können. Und ich fand es sehr schön, die Personen durch ihr ganzes Leben hindurch zu begleiten und nicht nur auf einem Abschnitt von vielleicht zwei Jahren. Das Buch ist in mehrere kleine „Bücher“-Abschnitte unterteilt, was alles ganz gut strukturiert wie ich finde. Im letzten Abschnitt wurde es mir ein bisschen zu kitschig, ich finde da ist Ken Follet sehr ins romantisieren gekommen, und insgesamt war mir da ein klein wenig zu viel Klischeekitsch erkennbar. Eigentlich mag ich das ja, aber wenn das ganze Buch so schön realistisch gehalten ist, muss man die Mauer ja nicht im letzten Moment noch einreißen. 
Was viel thematisiert wird, sind Kathedralen, einfach da eine Hauptfigur ein Mönch ist und zwei weitere ihr Leben dem Bau einer selbigen verschrieben haben. Ich fand die vielen vermittelten Fakten sehr interessant, auch wenn es sich manchmal dann doch ein wenig hinzieht, wenn man über zweieinhalb Seiten von Stützpfeilerkonstruktionen und ihrer Bedeutung für die Statik liest.
Es ist definitiv ein eher historischer Roman, was aber Leute, die nicht auf „Mittelalterkram“ stehen nicht davor abschrecken sollte, es zu lesen. Gebt dem Buch eine Chance, es lohnt sich. Und es geht auch nicht nur um Sex, Schwertgewalt und Kreuzzüge 😉
Ich möchte hier nicht mit Sternen arbeiten, finde aber definitiv, dass „Die Säulen der Erde“ eine absolute Empfehlung ist, der es sich auf jeden Fall lohnt nachzugehen. 
Ich für meinen Teil habe den zweiten Teil schon auf dem Nachttisch paratliegen, werde wohl aber trotzdem zwischndurch noch ein bisschen was anderes Lesen, ich mag Abwechslung beim Lesen ganz gerne und wende mich erstmal noch einem anderen Genre zu, dazu dann ja vielleicht in Kürze mehr.
Schreibt mir, wenn ihr das Buch schon gelesen habt, auf jeden Fall, was ihr davon gehalten habt und was ihr gern so lest. 
Ich hoffe, nächsten Sonntag den neuen Blogpost, der dann online kommt 😉

Leni 
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